T-Shirt drucken

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Mittwoch, 9. Januar 2013

Siebdruck selber machen

T-Shirts selber machen mit Siebdruck!

Hallo, ihr aufmerksamen Leser meines Blogs.

Heute möchte ich etwas tiefer in die Materie eingehen und euch das Verfahren des Siebdrucks zum Verschönern eurer T-Shirts nahebringen.

Zuerst solltet ihr dazu wissen, was Siebdruck eigentlich bedeutet.

Die wichtigste Utensilie zum Ausführen eines Siebdrucks ist der so genannte Siebdruckrahmen. In der Regel ist dies ein Aluminiumrahmen (Holzrahmen eignen sich eher für den Hobbybereich), der mit einem dünnen, feinporigen Gewebe bespannt ist. Dieses Gewebe gibt es mit verschiedenen Porengrößen/Maschenweiten und ist meist aus Polyester.
Wenn ihr nun dieses Siebgewebe von beiden Seiten mit Hilfe einer so genannten Beschichtungsrinne mit einer “Kopierschicht” (auch Fotoemulsion genannt), härtet diese unter UV-Licht aus (Sonnenlicht enthält UV-Licht). Überall dort, wo ausgehärtete Siebdruckemulsion auf dem Gewebe ist, kommt später keine Farbe durch. Um ein vorzeitiges Aushärten zu verhindern, arbeitet man ab diesem Schritt nur mit einer Gelblichtlampe. Dadurch bleibt die Siebdruckemulsion geschmeidig.
So lange diese Emulsion nicht ausgehärtet ist, ist sie mit Wasser abwaschbar.
Das bringt uns zum logischen nächsten Schritt:
Wir möchten ein Motiv auf ein T-Shirt bringen. Wir müssen eine Möglichkeit finden, dass an den Stellen, an denen die Farbe aufgetragen werden soll, die Siebdruckemulsion nicht mehr vorhanden ist. Das heißt also, wir erstellen uns ein Motiv in Schwarz/Weiß. Die Stellen, an denen später Farbe auf dem Shirt sein wird, müssen schwarz sein.
Am besten druckt man sich das Motiv auf eine Transparentfolie aus. Die gibt es sowohl in A4 als auch in A3. Da die meisten Tintenstrahl- oder Laserdrucker für zu Hause eh nur A4 drucken, nehmen wir halt A4 :)
Bevor man nun die Folie auf das Sieb legt, muss die zuvor aufgetragene Emulsion trocknen. TROCKNEN nicht AUSHÄRTEN. Das heißt, der Siebdruckrahmen muss ohne Einfluss von UV-Licht, also zur Not mit einer Gelblichtlampe, so lange ruhen, bis alles trocken ist. Wichtig ist, dass ihr die flache Seite nach unten habt beim Trocknen. Um zu verhindern, dass ihr euren Fußboden verdreckt, werden unter die vier Ecken des Rahmens kleine Holzklötze gelegt. Das Ganze dauert ungefähr eine Stunde. Hier könnt ihr auch mit einem Föhn nachhelfen. Aber immer schön im Gelblicht arbeiten. :)
So. Wenn nun alles schön trocken ist, kommt unser Motiv zum Einsatz. Ihr legt die Folie nun auf die “hohle” Seite, auch “Rakelseite” genannt, des Gewebes und fixiert sie mit etwas Klebeband. Damit die Folie auch wirklich glatt auf der getrockneten Emulsionsschicht aufliegt, müsst ihr diese beschweren. Da euer Hilfsmittel natürlich lichtdurchlässig sein muss, fällt die Wahl hier auf eine Glasscheibe :)

Fassen wir kurz zusammen:
1. Ihr habt unter Gelblicht die Emulsionsschicht mit Hilfe einer Emulsionsrinne auf beiden Seiten des Siebdruckrahmens aufgetragen.
2. Ihr habt die Emulsionsschicht mindestens eine Stunden im Dunkeln oder unter Gelblicht trocknen lassen.

3. Ihr habt ein Schwarz-Weiß-Motiv erstellt, bei welchem die später zu färbenden Stellen schwarz sind und dieses mit Hilfe eines Tintenstrahl- oder Laserdruckers auf eine Transparentfolie gedruckt.

4. Auf eurer getrockneten Emulsionsschicht liegt nun auf der Rakelseite das Motiv, welches mit Klebestreifen fixiert und mit einer Glasscheibe beschwert ist.

Bis hierhin solltet ihr gekommen sein. So lange ihr immer unter Gelblicht gearbeitet habt ist die Emulsionsschicht jetzt noch abwaschbar.
Aber das wollen wir ja jetzt nicht. Jetzt geht’s erst richtig los.

Jetzt wird die Emulsionsschicht ausgehärtet. Das heißt wir sorgen dafür, dass an allen lichtdurchlässigen Stellen, also alles außer das, was der Drucker schwarz gedruckt hat, die Emulsionsschicht nicht mehr mit kalten Wasser abwaschbar wird.
Dazu schalten wir die Gelblichtlampe aus öffnen die Jalousien. Besser wird das ganze mit einer UV-Belichtungseinheit. Dies ist eine spezielle größere Glühbirne, die auch in eine Lampenfassung gedreht wird. Zehn Minuten einwirken lassen und fertig.

Nun nehmt ihr vorsichtig die Glasscheibe vom Siebdruckrahmen und entfernt euer Motiv und die Klebestreifen.
Mit kaltem Wasser geht ihr nun über das Gewebe von beiden Seiten. Dafür könnt ihr ruhig einen etwas härteren Strahl (Dusche) nehmen. Dadurch löst sich die nicht ausgehärtete Emulsionsschicht, dort wo vorher die schwarzen Stellen eures Motivs waren.

Nun habt ihr eine Super-Schablone und könnt euch euer T-Shirt vornehmen.
Nehmt für euren ersten Versuch am besten nur ein altes Laken oder einen Stoffrest.
Jetzt legt ihr den zu bedruckenden Stoff unter die glatte Seite des Siebdruckrahmens. Die Rakelseite liegt also wieder oben.

Jetzt kommt der wichtigste Schritt: Das Aufbringen der Farbe. Dazu nehmt ihr für euer Siebdruckgewebe und für den Stoff geeignete Farbe. Es gibt für Einsteiger und kleinere Auflagen extra wasserbasierende Farbe von DEKA.
Als Beispiel für ein schwarzes Shirt, dass man mit einem kräftigen Deckweiß bedrucken möchte, nehmt ihr als Siebdruckgewebe “43T” und Farben von Aquaplast DIY.

Mit einem Farbspachtel nehmt ihr die Farbe aus der Behälter und tragt diese in die obere Seite eures Siebdruckrahmens. Jetzt nehmt ihr einen Rakel und befolgt einfach nur die folgenden zwei Arbeitsschritte.
1. Fluten: Das heißt ihr nehmt den Rakel im Winkel von 45° und zieht die Farbe OHNE DRUCK über die gesamte Fläche. Dadurch ist die Farbe erst einmal überall gleichmäßig verteilt.

2. Rakeln: Ihr setzt den Rakel andersherum im 45° Winkel auf und zieht diesmal mit Druck aufs Gewebe die Farbe in die andere Richtung.

Damit habt ihr die Farbe auf den Stoff gebracht und ihr könnt den Alurahmen hochnehmen.

Kleiner Tipp: Damit das T-Shirt nicht am Rahmen kleben bleibt, empfiehlt es sich, das T-Shirt von unten vorher mit so genanntem Rollkleber zu bestreichen. Dieser geht auch einfach wieder ab und das T-Shirt bleibt auf der Arbeitsplatte.

Jetzt habt ihr euer Motiv auf dem T-Shirt und müsst es trocknen. Dazu hängt ihr es am besten zwei Stunden auf eine Leine.
Wichtig ist jetzt nur noch das Fixieren der Farbe. Dazu gibt es drei Möglichkeiten.

1. Kaltfixierung: Hier vermengt ihr schon vor dem Druck die Farbe mit einer Chemikalie, die sich Kaltfixierer nennt. Den gibt’s für alle Farben von Dekaprint. Dann entfällt der Schritt der Fixierung nach dem Trocknen des Shirts.

2. Hitzefixierung: Durch linksseitiges Bügeln oder durch einen Backofen bei 130° kann ebenfalls fixiert werden.

3. kombinierte Fixierung: Nimmt man sowohl die Kaltfixierung als auch die Hitzefixierung in seine Arbeitsschritte auf, habt ihr ein sehr widerstandsfähiges Produkt, das bei bis zu 60° gewaschen werden kann.

Euer T-Shirt mit eurem eigenen Motiv ist nun fertig.
Der beschmutzte Siebdruckrahmen kann mit Hilfe von einem Sieb-Entschichter gereinigt werden. Dafür einfach Aufsprühen oder Einpinseln und nach kurzer Wartezeit mit Wasserstrahl und Schwamm reinigen. Bitte tragt dafür auf jeden Fall Schutzbrille und Handschuhe.

Herzlichen Glückwunsch zur Fertigstellung eures ersten Siebdruckes. Hier ist übrigens mal ein Bild von den Utensilien, die ihr braucht:



Ich wünsche euch weiterhin viel Spaß und bis bald...

sagt eure Claudi :)

Kommentare:

  1. Hallo Claudi,

    sehr gute Anleitung! Gibt einen sehr guten Überblick!

    Ich habe mal eine Frage: Wie fixierst du weiße Drucke auf dunklen Textilien? Machst du das mit der Kombinierten Fixierung? Ich habe bisher immer Probleme mit der reinen Hitzefixierung gehabt. Schon nach der ersten Wäsche wurde die weiße Farbe brüchig und bröselig und wäscht sich mit jedem Waschgang mehr heraus. Hast du vielleicht einen Tipp für mich?
    Grüße K.

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  2. Ah, erstmal danke für den Kommentar.

    Zur not nimm doch für die Hitzefixierung eine T-Shirt-Presse oder ein Bügeleisen. Das kommt aber darauf an, ob du wasserbasierende Farbe oder Plastisolfarbe nutzt.

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